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Machen Sportwetten süchtig?

Das Problem ist recht simpel. Entweder man gewinnt und setzt das nächste Mal doppelt so viel, um noch mehr zu gewinnen. Oder aber man verliert und verdoppelt beim nächsten Mal ebenso den Einsatz. Denn man könnte mit einem Sieg den Verlust von der Wette zuvor ja wieder ausgleichen. Beide Systeme sind aber weder effektiv, noch ratsam. Man gerät so nur schnell in eine Wett-Spirale, die für manche in ein Suchtproblem umschlägt.

Nun ist natürlich nicht jeder von Haus aus suchtgefährdet. Es gibt durchaus psychische Voraussetzungen, die Wettsucht begünstigen könnten. Außerdem wird immer wieder vor den Suchtgefahren von Sportwetten gewarnt. Doch wie gefährlich ist das Suchtproblem wirklich? Und was kann man tun, wenn man das Gefühl hat, dass man das Sportwetten nicht mehr unter Kontrolle hat?

Welche Gefahren lauern bei Sportwetten?

Diese Frage ist selbstverständlich psychisch gemeint. Und als erste Antwort gilt: Wer kontrolliert spielt, der wird nicht mit der Suchtgefahr in Berührung kommen. Worauf man achten sollte ist, dass man nicht willkürlich setzt. Auch von zu hohen Beträgen ist abzuraten – denn so ist die Möglichkeit, dass man schnell viel Geld verliert, extrem hoch.

Grundsätzlich sollte man die eigenen Ambitionen hinterfragen. Will man wetten, um reich zu werden? Zielt man auf die ganz großen Gewinne ab? Kennt man die Sportart wirklich gut genug? Oder setzt man einfach nur auf ein Team, das einem sympathisch ist?

Wenn diese Fragen für manche auch naiv klingen mögen, sind sie doch legitim. Denn es gibt durchaus diejenigen, die unüberlegt Geld setzen und so schnell in einen Teufelskreis geraten.

Woran erkennt man Wettsucht?

Was manchmal unauffällig anfängt, kann sich schnell zu einem echten Problem entwickeln. Der klassische Weg ist, dass man sich bei einer Wette überschätzt und mehr Geld verliert, als man eigentlich setzen wollte. Dabei war man sich bei seiner so sicher! Und am Ende hat man deshalb mehr gesetzt, als man geplant hat. Und schon ist das Geld weg. Der nächste Schritt ist dann meist der Versuch, das verlorene Geld wieder reinzubekommen.

Und das geht meist über einen noch höheren Einsatz auf das gleiche Team. Oder aber man wettet sogar auf eine Sportart, die man nicht wirklich kennt, deren Quoten aber verlockend aussehen. Sollte das der Fall sein, ist man schon mitten im Strudel, der große Gefahren nach sich zieht.

Meist beginnt die wirklich eindeutige Problematik dann, wenn man an Ersparnisse geht, die eigentlich notwendige Rücklagen sein sollten. So setzt man Geld, das einem entweder nicht gehört oder aber eben für etwas anderes vorgesehen waren. Verliert man dann wieder, so steht man oft vor einem echten Scherbenhaufen.

Und noch eine Situation dient als Indikator dafür, dass man bereits auf dem Weg ist, eine Wettsucht zu entwickeln. Folgendes Szenario: Man setzt kein Geld auf ein Sportereignis. Abends trifft man sich mit Freunden und schaut sich das entsprechende Spiel an, empfindet jedoch im Gegensatz zu sonst keinen Spaß und keine Spannung. Dann sollte man sich allmählich hinterfragen, ob man hier nicht etwas kürzer treten sollte.

Wie findet man Hilfe, wenn man Anzeichen von Wettsucht feststellt?

Zuerst ist es immer ratsam, mit Freunden oder Bekannten das Gespräch zu suchen. Was meist als einer der schwersten Wege verstanden wird, kann ungeahnte positive Effekte loslösen. Denn Menschen, die einem nahe stehen, haben vielmehr Verständnis für eine solche Situation, als man im ersten Moment glauben mag. Und gemeinsam ist es immer leichter ein problem anzugehen, als dass man alles alleine versucht umzusetzen.

Außerdem gibt es einen Sucht-Test, den man ganz einfach Online durchführen kann. Diesen findet man auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Durch die Beantwortung von einfachen Fragen wird eine Suchtgefährdung bewertet. Zusätzlich finden sich dort verschiedene Kontaktmöglichkeiten, wenn man weitere Fragen zur Suchtthematik hat.

Was kann man tun, wenn man eine Suchtgefahr feststellt?

Angenommen, der Test der BZgA weist nach, dass man gefährdet ist. Ist dies der Fall, sollte man sofort Maßnahmen ergreifen. Neben der Kontaktaufnahme zu einer Beratungsstelle ist auch der Selbstausschluss beim jeweiligen Anbieter ratsam. Hierzu nimmt man direkt mit dem Anbieter Kontakt auf und bittet um eine zeitweilige Sperrung des Nutzerprofils.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass man nicht direkt sein Profil löschen muss. Durch den zeitweiligen Ausschluss hat man genug Zeit, Hilfe aufzusuchen oder aber seinen Umgang mit Wetten zu reflektieren. Die komplette Sperre beim jeweiligen Buchmacher ist aber natürlich auch möglich und je nach Schwere des Falls absolut ratsam.

Was unternehmen Wettanbieter gegen Spielsucht?

Der einfachste Weg ist, dass der Anbieter Einsätze limitiert. Das ist nicht bei jedem Buchmacher geboten. Umso besser ist es natürlich, wenn dies ermöglicht wird. Ein paar Sportwettenanbieter arbeiten mit Beratungsstellen zusammen. So wird ermöglicht, dass der Kundenservice bei bekannten Problemen oder Fragen direkt die richtigen Ansprechpartner vermittelt.

Zeigt zudem ein Spieler typisches Suchtverhalten, wird dies über ein spezielles System erkannt. Nachdem einige Vorkehrungen getroffen, wozu beispielsweise auch Verwarnungen an die jeweilige Person gehören, ist eine vollkommene Sperre des Profils möglich. Darüber hinaus kooperieren viele Buchmacher auch untereinander und tauschen sich über Auffälligkeiten aus. So besteht auch die Möglichkeit, dass ein wettsüchtiger Spieler bei mehreren Buchmachern gleichzeitig vorsorglich gesperrt wird.

Was kann man gegen Wettsucht tun?

Manch einer würde sagen, dass man eben einfach nicht auf Sportereignisse wetten solle. Dieser Rat bringt aber nichts und zieht die Problematik auch ins Lächerliche. Wichtig ist, dass man sich ein Limit setzt. Wie viel Geld will man pro Spielrunde platzieren? Und diese Frage richtet man nicht nach dem gewünschten Gewinn aus, sondern orientiert sich einzig und allein daran, wie viel Geld man zur freien Verfügung hat.

Außerdem sollte man bei Gewinnen oder Verlusten nicht blind weiter oder gar mehr setzen. Gewinnt man, darf man sich natürlich darüber freuen. Es ist aber ratsam, das Geld nicht gleich wieder zu reinvestieren. Lieber sollte man sich aufschreiben, wie man eine erfolgreiche Wette abschließen konnte. Welche Mannschaft war es? Auf was hat man gesetzt? Was sagten die Statistiken? Anhand von solchen Analysen entwickelt man ein reflektiertes, individuelles System, das einem Sicherheit für die nächsten Wetten gibt.

Wie bereits zu Beginn des Artikels erwähnt, ist das “Doppelt oder Nichts”-Wettsystem keine gute Idee. Sollte man es dennoch versuchen, erspielt man sich unheimlich schnell ein dickes Minus auf dem Spielerkonto. Denn dass man wirklich bei doppeltem Einsatz gewinnt, ist alles andere als sicher.

Ein guter abschließender Tipp: Wer Spielpausen einlegt, der hält die Spannung und den Spaß am Leben. Denn durch das tägliche oder gar stündliche Wetten platzieren ist auch die Stimmung schnell nicht mehr so euphorisch. Daher ist alles, was in Maßen und kontrolliert geschieht, am Ende immer das, was am längsten Spaß bereitet.



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