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Wie sieht gutes Moneymanagement aus?

Für die einen ist es ein Hobby, andere haben zufällig ein paar Euros über, manche versuchen tatsächlich, viel Geld mit Sportwetten zu verdienen. Während diejenigen mit ein paar Zusatz-Euros im Geldbeutel spontan ihren Tipp setzen, lohnt es sich bereits für Hobby-Wetter, einen genaueren Blick auf das Thema Moneymanagement zu richten.

Beim Moneymanagement geht es grundsätzlich darum, sich selbst anhand einer Strategie zu disziplinieren. Weder sollen die ganz großen Verluste drohen, noch soll der Spaß dabei zu kurz kommen. Deshalb gibt es verschiedene Dinge, die man bei Moneymanagement berücksichtigen sollte.

Wichtigste Faktoren sind bestehende Systeme, die dem Tipper eine sinnvolle Struktur für die Einsätze mitgeben. Dazu folgt im Abschnitt “Welche Moneymanagement-Systeme gibt es?” eine genauere Beschreibung. Ganz allgemein ist zu sagen, dass man sich mit der Sportart sehr gut auskennen sollte, auf die man seine Einsätze platzieren will. Denn nur so kann man auch Trends und Co. folgerichtig abschätzen.

Vier grundlegende Faktoren des Moneymanagements sind:

  • Das Wettkapital wird ausschließlich für Wetten verwendet. Sollte man alles verlieren, darf dies dennoch keine einschneidenden Folgen für den Alltag bedeuten. Sprich: Man muss immer noch Geld zum Leben haben.
  • Das Risiko eines Totalverlustes soll durch das Moneymanagement gemindert werden. Geht man dennoch bei einigen Tipps leer aus, sollte immer noch genug Geld vorhanden sein, sodass die Strategie fortgesetzt werden kann.
  • Das jeweilige Moneymanagement-System muss auf Gewinnmaximierung ausgelegt sein.
  • Die Moneymanagement-Strategie muss auf das persönliche Profil angepasst werden.

Der letzte Punkt ist der entscheidende. Denn einfach nur irgendein System zu übernehmen, macht keinen Sinn. Man muss sich im Vorfeld überlegen, wie viel Geld man wirklich zur Verfügung hat. Genauer: zur freien Verfügung. Denn nur so kann man bedenkenlos spielen und setzt bestenfalls so objektiv wie möglich. Die in den folgenden Beispielen genannten 1000 € Wettkapital sind dabei kein unbedingt notwendiger Richtwert. Man kann die Systeme auch mit weniger oder mehr Budget spielen.

Welche Moneymanagement-Systeme gibt es?

Es gibt unterschiedlichste Systeme, die für gutes und effektives Moneymanagement in Frage kommen. Grundsätzlich lassen sich diese in vier Kategorien einordnen, die folgend genauer beschrieben werden. Zu jedem System haben wir darauf geachtet, Beispiele aufzuführen – damit alles verständlich bleibt. Wichtig ist, dass diese Strategien immer auf das persönliche Spielmuster angepasst werden. Einfach nur eine Strategie übernehmen und hoffen, dass sie funktioniert, macht keinen Spieler glücklich.

→ Was sind Flache Einsätze?

Flache Einsätze sind Tipps, bei denen der Einsatz gleich bleibt. Grundsätzlich ist diese Strategie eine der risikolosesten, da sie von Gewinnen oder Verlusten nicht beeinflusst wird. Es gibt die Möglichkeit, dass man sich ein Gewinnziel setzt, das bei Erreichen als Milestone angesehen wird. Sollte man also sein Gewinnziel erreichen, beispielsweise durch eine Siegesserie, so kann man ab dieser Schwelle den Einsatz pro Wette erhöhen.

Flache Einsätze spielt man wie folgt: Man legt ein Maximalkapital fest, das man insgesamt setzen will. Es handelt sich dabei also um das Geld, das einem auch bei theoretisch vollem Verlust nicht fehlen wird. Sollte es aufgebraucht sein, wirft man kein Geld nach. Von hier aus beginnt der systematische Tipp mit immer demselben Einsatz. Dieser sollte nicht mehr als 2-3 % des Maximalbudgets betragen.

Die Vorteile der Flachen Einsätze ist, dass das Risiko eines Totalverlustes erheblich minimiert ist. Andere Systeme sind da bedeutend risikoreicher. Da man immer denselben Betrag setzt, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn man alle Tipps verliert. Zudem ist die Möglichkeit, eine positive Wettbilanz zu erzielen, theoretisch schnell gegeben. Bei 30 Tipps erzielt man schon eine positive Zwischenbilanz, wenn man mit 16 Wetten richtig liegt.

Ein weiterer, entscheidend positiver Effekt des Flachen Einsatzes ist, dass man nicht mit einem einzelnen Tipp der Gefahr gegenübersteht, einen Totalverlust zu erleiden. Manche Systeme funktionieren so, dass sich der Einsatz stetig steigert, wodurch auch die Gefahr, alles zu verlieren, steigt. Flache Einsätze schützen davor, sind in puncto Langfristigkeit definitiv zu empfehlen.

Beispiel: Bei einem Startkapital von 100 Euro setzt man nun immer 2 %, also 2 €. Um das folgende Rechenbeispiel so einfach wie möglich zu halten, sind alle Wetteinsätze auf eine Quote von 2,0 platziert worden.

Nun verliert man beispielsweise 30 Tipps (als 30 x 2 = 60 €), gewinnt wiederum 50 (also 50 x 2 = 100 €). Dadurch erreicht man eine positive Wettbilanz, steht am Ende bei einem neuen Wettkapital von 140 €.

Natürlich kann das Szenario auch ganz anders laufen, man verliert mehr, als das man gewinnt. Dann sollte man aber dennoch bei der Strategie bleiben, denn sie zielt auf Langfristigkeit ab. Theoretisch müsste sie im Laufe der Zeit eine durchschnittliche, bestenfalls positive Wettbilanz erzielen.

 → Was sind Einheiten beziehungsweise Units?

Viele Spieler nutzen das System der Units, um effektives Moneymanagement zu nutzen. Im Unterschied zu Flachen Einsätzen legt man hier je nach Begegnung den Wetteinsatz individuell fest. Was jedoch bevor man loslegt gemacht wird, ist folgendes: Ausgehend von einem bestimmten Wettbudget werden individuelle Einsätze festgelegt.

Ein Wettbudget von 1000 € kann beispielsweise so aufgeteilt werden, dass der höchste Einsatz, dem man tätigen würde, bei 100 € liegt. 100 € von 1000 € sind umgerechnet 10 Einheiten. Denn 10 x 100 = 1000. Die Zählweise des Unit-Systems sieht dann wie folgt aus: 10/10 Einheiten wären also 100 €, 3/10 Einheiten wären 30 €, die man setzt.

Vorteil der Unit-Strategie: Ein Totalverlust ist nicht möglich. Dadurch, dass man den höchsten Einsatz pro Tipp zuvor festlegt und sich darauf die Einheiten errechnen, bleibt immer noch etwas übrig. Außer natürlich, man verliert ausgehend von unserem Beispiel zu oft in Folge.

Doch auch hier kann man selbstverständlich Einfluss nehmen. Denn je nachdem, wie sich im Laufe des Spielens Gewinne und Verluste ausprägen, kann man die Einheiten und das maximale Tipplimit variieren. Dadurch verschiebt sich zwar immer wieder die Ausgangssituation beim Tippen, aber man reagiert so direkt auf die Veränderungen beim Spielen.

Übrigens: Beim Unit-System spricht man auch von “Sicherheiten”. Setzt man beispielsweise nur 2/10 Einheiten, so liegt die Sicherheit für diesen Einsatz auch nur bei 2/10 – es handelt sich also um eine risikoreiche Wette. Wieso das wichtig ist? Man sollte niemals einfach so die Einheiten, also Sicherheiten wählen, die einem für einen Tipp im Kopf herumschwirren. Man muss immer analytisch vorgehen. Es ist elementar wichtig, wieso man manche Spiele, Begegnungen etc. weniger sicher einordnet als andere Wettkämpfe.

Deshalb macht es sich gerade bei der Unit-Strategie bezahlt, Statistiken zu wälzen und anhand davon ein eigenes System für die Einheiten und Sicherheiten festzulegen. Eine einfache Tabelle wirkt da schon wunder. Man sollte sich Fragen stellen wie: Was macht einen Tipp sicher? Wie oft trafen zwei Teams aufeinander? Gibt es eine Serie, die auffällig ist? Fehlen wichtige Spieler, kommt ein Akteur gerade erst von einer schweren Verletzung zurück?

Anhand davon stellt man schnell ein nach individuellem Wissen aufgebautes System auf die Beine, das auf dem Prinzip der Einheiten aufbaut. Und schon kann man analysieren, ob die Tipps, die man als “sicher” ansieht, im Nachhinein auch richtig eingeschätzt wurden.

→ Was sind Dynamische Einsätze?

Eigentlich funktionieren Dynamische Einsätze wie Flache Einsätze. Der grundlegende Unterschied ist, dass der Einsatz nach jeder abgegebenen Wette neu angepasst wird. Es gibt hier verschiedenste Ausprägungen. Manche Systeme funktionieren so, dass man bei Gewinnen den Folgeeinsatz erhöht, bei Verlusten aber absenkt. Es gibt genauso Strategien, die stetig erhöhen, unabhängig davon, ob man gewinnt oder verliert.

Die Risiken sind offensichtlich. Wer bei Gewinn und Verlust immer erhöht, der argumentiert meist nach dem Prinzip: “Doppelt oder nichts – macht doch Sinn!”. Die behauptete Logik: Verliert man, verdoppelt man den Einsatz und kann bei Gewinn den Verlust wett machen. So einfach ist das aber nicht, da ja auch ein erneuter falscher Tipp möglich ist.

Am bekanntesten ist diese Strategie vielen unter dem Begriff Martingale. Man braucht grundsätzlich ein hohes Wettbudget, weil sich der Einsatz jedesmal verdoppelt. Man sollte mindestens ein vierstelliges Kapital zur Verfügung haben, zudem mit sehr geringen Einsätzen starten – sonst hat der Spaß ein schnelles Ende.

Verteidiger des Systems Martingale sagen, dass man mit nur einem Sieg alle Verluste tilgen kann. Das stimmt, ist aber auch genauso anfällig, wenn man den Spieß umdreht. Mit nur einer Niederlage verliert man alles, was man bis dahin gewonnen hat.

Nun muss man bei Dynamischen Einsätzen natürlich nicht immer verdoppeln, kann den Folgeeinsatz auch nur um einem bestimmten, möglichst geringen Prozentsatz erhöhen. Dennoch bleibt es so, dass man durch die Erhöhung des Einsatzes pro Tipp immer Gefahr läuft, bei einer Pechsträhne und mit steigender Anzahl von Tipps mehr Geld zu verlieren.

Größtes Argument gegen Dynamische Einsätze ist, dass die Einsätze eigentlich nicht gedeckelt sind. Das bedeutet, dass ein Totalverlust grundsätzlich möglich ist. Aus diesem Grund sollten vor allem Anfänger eine Strategie spielen, die weniger risikoreich ist.

→ Was ist das Kelly-System?

“Und, was spielst Du – Fractional oder Full Kelly?” – wer jetzt nur Bahnhof versteht, dem sei gesagt, dass das keine Schande ist. Das Kelly-System ist nicht ganz so simpel wie die zuvor genannten Strategien, bietet aber durchaus eine interessante Perspektive. Am wichtigsten ist wieder einmal, dass ein Totalverlust nicht möglich ist. Das Kelly-System ist ein recht radikales, gewinnorientiertes System.

Die Radikalität kommt daher, dass man ein Besserwisser sein muss. Denn man wettet im Prinzip gegen die Quoten der Buchmacher. Was das bedeutet, ist schnell erklärt. Die Quoten der Buchmacher entstehen auf Grundlage verschiedenster Statistiken zu den Teams und Sportlern, beziehen Historie und Co. mit ein, blicken zudem auch auf die Quoten der Konkurrenz. Wer nun in einer Sportart extrem erfahren ist und sich auch mit Wetten an sich gut auskennt, der wird sich eventuell manchmal gedacht haben: “Diese Quote ist viel zu hoch!”.

Beim Kelly-System wird davon ausgegangen, dass die Chancen auf einen Sieg des Favoriten höher sind, genauso wie die Chancen auf eine Sieg des Außenseiters niedriger liegen, als der Buchmacher über seine Quoten angibt.

Nachvollziehbar lässt sich das mit einem kleinen Beispiel erklären:

Federer tritt gegen Nadal an. Da sich beide Spieler sehr gut kennen und zu den Favoriten zählen, besitzen sie beide laut Buchmacher dieselbe Quote. Wir gehen der Einfachheit halber von einer Quote von 1,70 aus. Die Wahrscheinlichkeit auf Sieg sieht dabei laut Buchmacher wie folgt aus: 1 / 1,70 = 0,58 → das ergibt eine Wahrscheinlichkeit von 58 %.

Nun darf man aber anderer Meinung sein. Federer ist erfahrener, Nadal kommt vielleicht auch gerade von einer Ellenbogenverletzung zurück. Man geht nun also davon aus, dass die Wahrscheinlichkeiten auf einen Federer-Erfolg bei 65 % liegen. Um hierfür die passende Quote herauszufinden, muss nur folgende Mini-Rechnung erfolgen: 1 / 65 x 100. Das Ergebnis ist eine Quote von 1,54.

Im nächsten Schritt wird der optimale Einsatz errechnet. Denn was hilft eine perfekte Quote, wenn man nicht weiß, wie viel man eigentlich setzen sollte? Auch hier gibt die Kelly-Strategie Auskunft.

Der Wetteinsatz ergibt sich aus folgender Formel: Gesamtes Wettbudget x Vorteil / (Quote-1).

Doch was ist denn der “Vorteil”? Dieser ergibt sich aus einer Nebenrechnung, mit der man den Vorteil errechnet, den man dank der besseren Einschätzung der Begegnung gegenüber der Quote des Buchmachers besitzt.

Er ergibt sich aus der Rechnung “Wahrscheinlichkeit x Quote -1”.

Das bedeutet, die Kelly-Formel sieht wie folgt aus:

1000 € x (0,65 x 1,7 – 1) / (1,7 – 1).

Wir kommen hier also auf ein Ergebnis von 150 €.

Diese Rechnung ist ein sogenannter Full-Kelly. Das bedeutet, dass man mit dem gesamten Wettbudget gerechnet hat, in diesem Beispiel also mit 1000 €. Das machen aber eigentlich nur die wenigsten Spieler. Die meisten spielen mit der Fractional-Kelly-Systematik; es wird also nur ein Teil des maximalen Wettbudgets verwendet. Die Staffelung kann sowohl 25, 15 aber auch nur 10 % des Gesamtkapitals bedeuten.

Wichtig bei der Kelly-Strategie ist, dass man das Maximalkapital an Gewinne und Verluste anpasst. Gewinnt man also 50 €, wird das “Stammkapital um diese 50 € erhöht und davon ausgehend auch die Fractionals neu berechnet.

Wie sichert man sich bei Moneymanagement-Strategien vor Verlusten ab?

Im Text war es schon ein paar Mal zu lesen: Man braucht großes Wissen, um sich bei Sportwetten wirklich selbstsicher und ohne große Verluste zu bewegen. Es darf da nicht nur ein loses Hobby sein, man muss sich schon sehr intensiv mit der Sportart beschäftigen. Gerade Statistiken sind essentiell.

Trends erkennen ist der eine Tipp, die Historie im Hinterkopf zu haben der andere. Nur wenn man weiß, dass ein Team sich seit Wochen in einem Hoch befindet, der kann auch die Quote richtig deuten oder aber den Kontrahenten wirklich einschätzen. Niemals sollte man dabei aber außer Acht lassen, wie die Begegnungen zweier Teams oder Spieler bisher ausgegangen sind. Kann einer von beiden einfach nicht gewinnen, wenn es gegeneinander geht, dann sollte man dieses Wissen mit in die Bewertung des Einsatzes einfließen lassen.

Ein Tipp, der durchaus wichtig ist, folgt zum Schluss. Man sollte sich niemals von Emotionen leiten lassen. Natürlich bieten manche Quoten die Möglichkeit, dass man die Einsätze dynamisch gestaltet. Damit sind diese Systeme aber eben auch anfällig für blinde, spontane Tipps. Auch eine Negativserie sollte einen Spieler niemals zu einem unreflektierten Wetteinsatz hinreißen lassen. Deshalb ist das Anpassen der Strategien und auch eine Notlösung bei Eintreten eines Negativtrends unabdingbar.



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