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Schweden King, Italien “klong”

Klong, wieder auf dem Boden der Tatsachen! Wie weit Anspruch und Realität auseinanderliegen, konnte man eindrucksvoll beim Duell der Squadra Azzurra mit Schwedens Nationalelf beobachten. In beiden Begegnungen hatte Italien kein Rezept, die defensivstarken Skandinavier zu überlisten. Und wieder einmal ist es wie so oft – die Liga scheint Weltklasse, das Nationalteam kann das Level aber nicht halten.

Wieso aber nun ausgerechnet die Schweden gegen Italien weiterkommen, hat mehrere Gründe. Es wäre zu einfach zu sagen, dass Italien zu schwach war. Denn die schwedische Elf hat eine beeindruckende Leistung dargeboten – und das zweimal in Folge. Was macht die Teams aus den eiskalten Gefilden so stark? Der Frage sollte man spätestens seit Island mehr Gehör schenken!

schwedenvsitalien

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gianluigi_Buffon_Euro_2012_vs_England_02.JPG

Janne Andersson kennt keine Sau

Was etwas despektierlich klingt, ist pure Wahrheit. Wer hat Janne Andersson vorher schon einmal gehört? Wahrscheinlich nur Fans der schwedischen ersten Liga. Und auch davon gibt es nicht gerade viele. Denn wahre Aushängeschilder gibt es bis auf Malmö heute und Göteborg früher nicht.

Vielen ist schwedischer Fußball nur dank Ibrahimovic bekannt. Der war lange einziger Qualitätskicker in den Reihen der Schweden. Nun ist der zurückgetreten, der erwartete Absturz in die Unwichtigkeit ist nicht passiert. Denn der schwedische Nachwuchs und vor allem die strukturelle Herangehensweise des neuen Trainers tragen erste Früchte.

Der 55-jährige Nationaltrainer ist seit 2016 im Amt, musste sich seitdem erst zweimal geschlagen geben. Einmal setzte es eine knappe Niederlage in der WM-Quali gegen Bulgarien, das zweite Mal musste man sich den Holländern geschlagen geben. Damals war man aber auch schon sicher in den Playoffs.

Ola Toivonen und Marcus Berg – alte Nachwuchstalente

Toivonen war so etwas wie das Supertalent der schwedischen U21-Nationalmannschaft. Jedoch wollte nie der ganz große Durchbruch gelingen, was zumeist an der nicht sehr durchdachten Zusammenstellung des schwedischen Kaders lag. Und selbstverständlich an der krassen Konkurrenz im Sturm in Person von Ibrahimovic.

Jetzt, so scheint es, seitdem sich Ibra nicht mehr für die Nationalmannschaft berufen fühlt, blühen die einstigen Hoffnungen des schwedischen Fußballs auf. Denn auch Marcus Berg, den man in Deutschland aufgrund seines Gastspiels beim HSV kennt, kommt richtig gut in Schwung. Aus ambitionierten Twens sind erwachsene 30-Jährige geworden.

Dass man damit noch keinen Blumentopf gewinnt, ist jedem klar. Aber man hat mit eiserner Einstellung und einem neuen Shootingstar namens Forsberg das große Italien aus der Quali gekegelt. Das muss man erst einmal schaffen. Taktik, Disziplin und technische Raffinesse – das in Verbindung mit gnadenloser Unterschätzung bringt Schweden auf die Siegerstraße.

Buffon, Chiellini, Barzagli, de Rossi – vier Große treten ab!

Bei der Gli Azzurri sieht indes alles anders aus. Die Zeitungen sprechen von einer Apokalypse. Dabei, so muss man festhalten, hätte es schon früher soweit kommen können. Denn Antonio Conte war eine Erscheinung für den italienischen Fußball, der aus einer Opa-Truppe eine schlagfertige Gemeinschaft formte, die bei der EM in Frankreich mal so alles und jeden überraschten.

Keiner traute der gealterten Legenden-Mannschaft eine echte Chance zu. Außenseiter, wie Italien nun am eigenen Leib erfahren musste, unterschätzt man nur zu schnell. Dass nun ENDLICH der Umbruch im italienischen Fußball ansteht, ist wohl viel zu lange herausgezögert worden.

Die nachdrängenden Talente, wie man sie sich erhofft, waren lange Zeit nur Mitläufer. Bernardeschi, Immobile, Shaarawy – alles Topjungs, die aber noch nicht den ganz großen Schritt in ihrer Entwicklung gegangen sind. Wie schnell gelingt nun der interne Umbruch?

Das Volk will unterhalten werden – Bella Italia am Boden

Die Leidenschaft der italienischen Fans brachte bisher jeden Fan anderer Nationalteams zum verzweifeln. Und nun ist das Gelächter auf vielen Seiten natürlich groß. Dabei darf man nicht vergessen, zu was die großen Spieler, die nun abdanken, in der Lage waren, nach Abpfiff. Artig wurden schwedische Hände geschüttelt und der Gegner für seine Leistung beglückwünscht.

Italien muss sich hinterfragen. Die Liga gilt nicht als attraktiv, die Spielweise des Teams ist veraltet. Unter Conte war vieles noch richtig genial zusammengeschneidert, mit Ventura hatte man das Gefühl, einer in sich zerrissenen Truppe zuzuschauen.

Und nun ratet mal, wer als nächster Kandidat gehandelt wird. Ausgerechnet Ancelotti! Der Ex-Bayerntrainer entzauberte sich in Deutschland selbst. Seine einstige Aura, ein genialer Taktiker und Trainer zu sein, ist wie weggeblasen. Soll der nun einen eingestaubten Fußball wieder moderner machen? Sieht nicht wirklich danach aus, sollte man sich wirklich für Carlo entscheiden.



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