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Syndrom Wagner – Bayern zerkauft Hoffenheim

Freundschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich, wir schreiben die letzten Minuten eines bis dahin spannenden Spiels. Jogi Löw bringt noch einmal einen neuen Mann für den Sturm. Seine Wahl fällt auf Sandro Wagner, den Hoffenheimer Sturmtank. Der kommt rein und lässt erst einmal Pavard vom Spielfeld knallen. Einzige gelbe Karte im Spiel, gegen den großgewachsenen Brecher.

Nicht ganz 24 Stunden später wird aus einem Gerücht eine Vorahnung, nicht einmal 48 Stunden offiziell bestätigt: Der FC Bayern, notorisch auf Lewa-Entlastungssuche, will Wagner an die Isar locken. Nagelsmann sagt, er wisse davon, auch vom Wunsch Wagners, der gerne wieder zu seinem Ex-Klub wechseln würde. Im Winter steht der Wechsel wohl an – und damit würde die TSG Person Nummer 3 nach Süle und Rudy an die Bayern verlieren.

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Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sandro_Wagner.jpg

Der FC Bayern schwächt seine Konkurrenz

Fast jedes Jahr muss sich der große FCB diese Vorwürfe gefallen lassen. Man würde die Konkurrenten aus der Liga schwächen. Mit Geld könne sich München alles erlauben und, folgerichtig, auch erkaufen. Zwar dementieren die Bayern dies immer wieder – jedoch ist offensichtlich, was passiert.

Nachdem die Dortmunder zuletzt das beliebteste Opfer waren, fiel nun die Wahl auf die aufstrebenden SAP-Jungs von Nagelsmann. Rudy und Süle haben den Verein bereits verlassen. Und mit Sandro Wagner geht auch die letzte echte Stütze des Klubs. Somit sind die zentralen Figuren aus Defensive, Mittelfeld und nun wohl auch Sturm weg. An Nagelsmanns Stelle würde ich weinen.

Aber bei Wagner ist es eine etwas andere Situation. Sandro kommt aus München, seine Frau und seine Kinder leben in einem Vorort von Unterhaching. Nachvollziehbar, dass er sich so eine Chance nicht nehmen lässt. Oder? War da nicht was mit einer WM in Russland?

Vertändelt Wagner die Chance auf einen WM-Startplatz?

Abschlusssicher ist der zuweilen “beste deutsche Stürmer” keinesfalls. Vielmehr hat die deutsche Version von Zlatan Ibrahimovic (zumindest was das Selbstbewusstsein angeht) einen gehörigen Lauf. Auf einmal ist er nicht mehr der Missverstandene, sondern der Brecher im Sturmzentrum.

Mit ihm hat Löw die Option, die ihm all die Jahre gefehlt hat. Denn Gómez war einer, zu dem man auch mal eine Alternative braucht. Wagner, der voll im Saft steht, ist perfekt. Jedoch wird er bei den Bayern mit Sicherheit keine Spiele von Anfang an machen, geschweige denn 90 Minuten auf dem Platz stehen.

An Lewandowski kommt keiner vorbei. Verbaut sich Sandro damit nicht seine hart erarbeitete WM-Chance? Wäre ein Wechsel im Sommer nicht das, was sinnvoll ist? Schwierig zu beantworten, aus Sicht von Hoffenheim aber definitiv mit einem “Ja” zu beantworten.

Lewandowski, die weinende Diva mit müden Beinen

Unvergessen, wie sich Lewa Ende der letzten Saison über seine Mitspieler aufregte, die ihm nicht so zur Torjägerkanone verhelfen wollten, wie er sich das vorgestellt hat. Und nun, diese Saison, ist alles anders. Lewandowski fordert seit Wochen einen Ersatzmann, der ihm pro Spiel mal 20 Minuten früher vom Platz lassen würde.

Was steckt dahinter? Klar ist, dass der FC Bayern auf der Sturmposition unterbesetzt ist. Müller ist kein Zentrumstürmer, James und Co sind auch keine gelernten 16er-Angreifer. Mit Wagner wäre man nun um Längen gefährlicher, als man es ohnehin schon ist. Denn Wagner geht dahin, wo es sprichwörtlich weh tut. Ihm mutet man auch eher Duelle zu, wie beispielsweise gegen Ramos oder andere defensive Haudegen – denn Sandro gibt nie auf.

Passt er aber auch mit seinem Ego zu den Bayern? Sicher ist, dass er mit Süle und Rudy Fürsprecher hat. Genauso sicher ist, dass nicht jeder Fan Unterstützer von Wagner ist. Er hat eine provokante Art, sich zu inszenieren. Aber er weiß nun einmal auch, wo er hinwill. Und das ist wohl zum besten Verein Deutschlands.

Hoffenheims Lächeln bekommt Lücken

Dass es wirklich soweit kommt, dass ein gutzahlender Verein, der glänzend in die Saison gestartet ist und einen Popstar-Trainer hat, auseinandergekauft wird, hat wohl keiner erwartet. Bisher konnte Nagelsmann die Ausfälle kompensieren. Aber nun auch den Typen zu verlieren, der sich immer aufreibt – das wird haarig!

Legendär die Szene, als der Finger ausgekugelt war und sich Wagner diesen am Spielfeldrand unter Schmerzen einrenken ließ. Natürlich kurz nebenher, sodass er gleich wieder auf Torejagd gehen kann. Welcher Stürmer soll ihn ersetzen?

Angeblich ist man an Ujah dran, dem Ex-Bremer, Ex-Kölner und China-abgewanderten Impulsstürmer. Ein vollkommen anderer Spielertyp als Sandro – eher einer, der wie Kramaric funktioniert. Wird dies wirklich der Wechsel sein, den sich die 1899er erhoffen, um Wagner zu ersetzen? Schwierig, wirklich. Unsicher, wie sich das entwickelt, sind mit Sicherheit derzeit mehr Fachexperten, als sie es zugeben wollen.



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