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WM Gruppe D – Alien Messi gegen Handkante Mandzukic!

Wetten auf die WM Gruppe D bei der Fußball-WM 2018 in Russland sind für die Tipper sicher interessant. Denn die Gruppe D können wir mit Fug und Recht als sogenannte Todesgruppe bezeichnen. Mit Argentinien, Island, Kroatien und Nigeria tummeln sich dort vier Mannschaften, die allesamt Ansprüche auf das Achtelfinale anmelden.

Auf den ersten Blick wirkt Argentinien wie der klare Favorit – aber eben nur auf den ersten Blick. Die drei anderen Teams werden Messi und Co. gewaltig Dampf machen und wollen für eine dicke Überraschung sorgen. Warum eine Wette aufs Weiterkommen Argentiniens kein Selbstläufer ist und was die anderen Teams zu bieten haben, zeigt der folgende Text.

Argentinien in der Quali ohne Glanz

Normalerweise zählt Argentinien stets zu den automatischen Favoriten eines großen Fußball-Turniers. Und schaut man sich die Spieler des aktuellen Kaders an, gibt es eigentlich keinen Grund, warum sich an diesem Umstand etwas geändert haben sollte. Eigentlich.

Zwar ist das Team mit Leo Messi, Gonzalo Higuain, Nicolas Otamendi, Ever Banega, Sergio Agüero oder Angel Di Maria mit Spielern von absolutem Weltklasseformat bestückt. In der Qualifikation für die WM war von diesem Glanz aber nicht viel zu sehen. Die Argentinier spielten eine für ihre Verhältnisse erbärmliche Qualifikation, an deren Ende sogar das Scheitern hätte stehen können. Von daher muss man abwarten, ob und wie die Argentinier beim WM-Turnier selbst wieder in die Spur kommen.

Viel wird dabei natürlich von Superstar Leo Messi abhängen, dem ein großer Titel mit der Nationalelf in seiner illustren Karriere bislang verwehrt blieb. Auch die Treffsicherheit eines Gonzalo Higuain – der allerdings nicht immer austrainiert wirkt – ist ein entscheidender Baustein. Sollten alle Rädchen rechtzeitig ineinandergreifen, führt in der Gruppe D kein Weg an Argentinien vorbei.

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Technisch feine Kroaten

Lange Zeit waren die Kroaten mitunter als Treter-Truppe verschrien, die ihre technische Unterlegenheit mit allzu rustikalem Spiel zu kompensieren versuchte. Mittlerweile jedoch können auch die Kroaten mit technisch versiertem Spiel überzeugen.

Sinnbildlich steht dafür natürlich Luka Modric von Real Madrid. Ebenfalls mit feinem Füßchen und hartem Schuss ausgestattet ist der ehemalige Schalker Ivan Rakitic in Diensten des FC Barcelona. Rakitic ist allerdings eher für das defensive Mittelfeld zuständig. Im Angriff wird es möglicherweise auf einen weiteren, ehemaligen Bundesliga-Legionär hinauslaufen: Mario Mandzukic (früher Bayern, Wolfsburg). Andrej Kramaric (Hoffenheim) und Nikola Kalinic sind ebenfalls im Zweifel mehr als nur zweite Wahl.

Die Abwehr dagegen fällt zumindest von den Namen her ein wenig ab. An erster Stelle steht hierbei allerdings Dejan Lovren vom Liverpool FC. Der ehemalige Leverkusener Domagoj Vida (Besiktas) sowie der aktuelle Leverkusener Tin Jedvaj sind hierbei für die Fans ebenfalls bekannte Namen.

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Island und Nigeria: Überraschungseffekt und taktische Disziplin

Werden wir bei der diesjährigen WM wieder das berühmt-berüchtigte „Huh!“ der Isländer nach einem gelungenen Auftritt hören? Bei der letzten Europameisterschaft in Frankreich machten die Isländer jedenfalls viel Freude und kickten mit den Engländern sogar einen Geheimfavoriten aus dem Turnier.

Erwartungsgemäß ist das Team nicht mit den ganz großen Namen gespickt. Das war es aber bei der tollen EM-Endrunde auch nicht. Gylfi Sigurdsson vom Everton FC ist bei den Isländern der wohl prominenteste Spieler und zudem beste Scorer seiner Mannschaft in der Qualifikation.

Im Sturm dürfte den Fans vor allem der Name Alfred Finnbogason etwas sagen. Der Stürmer des FC Augsburg zeigt sich auch in der Bundesliga treffsicher und dürfte daher gesetzt sein. Eine der spannendsten Fragen dürfte sein, ob der große Überraschungseffekt, von dem das Team bei der EM zweifelsohne auch zehren konnte, verpufft ist.

Die Nigerianer präsentierten sich bei großen Turnieren bislang immer als die große Wundertüte. Oftmals mit viel Potenzial ausgestattet und nicht selten als Geheimfavorit gehandelt, ließen die afrikanischen Kicker mitunter taktische Disziplin und den letzten Biss vermissen. An dieser Stelle ist der deutsche Trainer der Nigerianer, Gernot Rohr, gefordert.

Mit Leon Balogun vom FSV Mainz 05 – seines Zeichens Deutsch-Nigerianer – steht womöglich nur ein Deutschland-Legionär im Kader. Insgesamt präsentiert sich Nigeria als sehr junges und dynamisches Team. Der mit Abstands erfahrenste Spieler in den eigenen Reihen ist sicherlich John Obi Mikel, der seinerzeit mit Chelsea unter anderem die Champions League und die Europa League gewinnen konnte.

Apropos Chelsea: Dort spielt auch Angreifer Victor Moses, der ebenso gesetzt sein dürfte. Das Gleiche sollte für Wilfried Ndidi von Leicester City gelten. Der Rest der Mannschaft rekrutiert sich aus Spielern aus der ganzen Welt. Ogenyi Onazi etwa ist bei Trabzonspor unter Vertrag, John Obi Mikel verdient seine Brötchen mittlerweile in China.

Die Prognose für die WM Gruppe D

Es handelt sich um eine sehr schwer einzuschätzende Gruppe, in der an einem guten Tag jeder jeden schlagen kann. An einem schlechten Tag kann Argentinien auch gegen alle Gegner verlieren – wenn man die Leistung aus der Quali als Maßstab nimmt. Sollten Messi, Higuain und Co. jedoch rechtzeitig das spielen, was sie können, haben es die anderen Mannschaften schwer.

Bei den Isländern muss man abwarten, ob ihnen ein ähnliches Husarenstück wie bei der EM von vor zwei Jahren gelingen kann. Den übrigen Teams dürfte deren Leistung nicht verborgen geblieben sein. Kroatien wird oft unterschätzt, ist aber möglicherweise der härteste Konkurrent Argentiniens, wenn es um den Gruppensieg geht.

Die Nigerianer dürften – wie bei vielen großen Turnieren – die große Wundertüte dieser Gruppe sein. An guten Tagen sind sie in der Lage, Weltklasse-Teams zu düpieren, während sie an schlechten Tagen aber auch gegen vermeintliche Underdogs den Kürzeren ziehen können. Unser Tipp: Argentinien und Kroatien werden die nächste Runde erreichen!