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Dominiert Neymar die WM Gruppe E?

Die WM Gruppe E dürfte bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland für große Spannung sorgen. Dort kämpfen Brasilien, die Schweiz, Serbien und Costa Rica um den Einzug in das Achtelfinale. Während der erste Platz für viele Fans bereits an die wiedererstarkten Brasilianer vergeben zu sein scheint, ist dahinter jedoch alles möglich.

Die Schweiz hat natürlich den Anspruch, in die nächste Runde einzuziehen, aber auch Serbien und das bei der WM 2014 stark auftrumpfende Costa Rica rechnen sich durchaus Chancen aus. Welche Teams unserer Meinung nach in dieser Gruppe am Ende die Nase vorn haben, zeigt der folgende Text.

Die Selecao als automatischer Favorit

Die bittere 1:7-Pleite im Halbfinale der letzten WM gegen den späteren Weltmeister Deutschland scheint sich für Brasilien nicht zum Dauer-Trauma entwickelt zu haben. Die Auftritte der Selecao stimmten und zuletzt triumphierte man sogar in einem Testspiel verdient mit 1:0 gegen Deutschland.

Brasilien war bisher bei allen WM-Endrunden dabei und ist zudem auch Rekordweltmeister – kein Wunder also, dass die Mannschaft von Nationaltrainer Tite auch in diesem Jahr selbstverständlich zum engeren Favoritenkreis gehört. Und das zurecht.

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Die brasilianische Elf en detail

Im Tor dürfte Allison vom AS Rom gesetzt sein. Der große und wuchtige Torhüter war bereits in der Qualifikation Rückhalt der Brasilianer. Auch die übrige Mannschaft sprüht vor Klasse. Vor allem Linksverteidiger Marcelo von Real Madrid sticht hierbei heraus. Keine Frage, dass er auf dieser Position seinen Stammplatz innehat.

Das Gleiche dürfte für die Position auf der rechten Seite für Dani Alves gelten. Alves ist einer der erfolgreichsten Fußballer überhaupt und auch bei PSG nicht aus der Mannschaft wegzudenken. In der Innenverteidigung duellieren sich ausgerechnet zwei seiner Teamkollegen von Paris Saint Germain um einen Platz in der Startelf: Thiago Silva und Marquinhos.

Im defensiven Mittelfeld ist Casemiro mitunter auch der Mann fürs Grobe. Nicht zuletzt die Bayern verzweifelten in der Champions League am durchaus rustikalen Mittelfeldmann. Auch Paulinho (Barca) sowie der Ex-Leverkusener Renato Augusto (inzwischen in China tätig) dürfen sich Hoffnung auf Einsatzzeit machen.

Das Prunkstück der Brasilianer ist wie so oft der Angriff. Aktuell ist kein Name so sehr mit der Selecao verbunden, wie der von Neymar. Bei der WM im eigenen Land durch eine Wirbelverletzung gestoppt, hoffen der Mann von PSG und ganz Brasilien nun natürlich, dass er der kommenden WM seinen Stempel aufdrücken kann.

Vielleicht geht bei der WM aber auch der Stern eines gewissen Gabriel Jesus von Manchester City auf. Der junge Stürmer verfügt über Torjägerqualitäten und gewann 2016 mit der brasilianischen Elf die Goldmedaille beim olympischen Fußballturnier. Große Namen im Angriff sind aber auch der unter viel Getöse von Liverpool nach Barcelona gewechselte Philippe Coutinho, Ex-Bayer Douglas Costa (Juve), Chelseas Willian oder aber auch Liverpools Roberto Firmino, der einst seine Brötchen bei der TSG Hoffenheim verdiente.

Eidgenossen mit viel Bundesliga-Flair

In der Schweiz darf man angesichts der Gruppenkonstellation durchaus auf den Einzug in das Achtelfinale hoffen. Die „Nati“ glänzt aber nicht unbedingt mit Beständigkeit. Einer starken WM mit einem mehr als unglücklichen Ausscheiden gegen den späteren Finalisten aus Argentinien folgte ein eher schwacher Auftritt bei der Europameisterschaft in Frankreich. Zwar gehören die Eidgenossen nicht zum Kreise der WM-Favoriten, jedoch kann der Kader durchaus höheren Ansprüchen genügen.

Das beste Beispiel ist die Torhüterposition. Mit den voraussichtlichen WM-Fahrern Yann Sommer (Mönchengladbach), Roman Bürki (Dortmund) und Marwin Hitz (Augsburg) gibt es drei Keeper, die allesamt in der Bundesliga als Stammtorhüter ihr Geld verdienen. Sommer dürfte hierbei die Nase vorn haben, gefolgt von Bürki und Hitz.

In der Abwehr führt kein Weg vorbei an Ricardo Rodriguez (AC Mailand, ehemals Wolfsburg) und Stephan Lichtsteiner (Juve). Nico Elvedi (Gladbach) oder aber auch Manuel Akanji (Dortmund) sollten den Weg in den WM-Kader finden. Was den defensiven Mittelfeld-Part angeht, so hat diese Position ebenfalls Bundesliga-Flair.

Granit Xhaka stand einst bei den Gladbacher Fohlen unter Vertrag, Denis Zakaria spielt aktuell bei eben jenen Fohlen. Der offensive Teil wird durch Fabian Frei – einer der wenigen Spieler, die noch in der Heimat aktiv sind – Admir Mehmedi (Wolfsburg) und vor allem Xherdan Shaqiri (Stoke City) geprägt.

Im Angriff könnte Trainer Viktor Petkovic auf den erst 20-jährigen Breel Embolo von Schake 04 setzen. Der Youngster, der seinem Club und der Nati wegen einer schweren Fußverletzung mehr als ein Jahr nicht zur Verfügung stand, kommt immer besser in Schwung und hat das Potenzial, eine der Entdeckungen der WM zu werden.

Der Ex-Frankfurter Haris Seferovic ist derzeit ein wenig neben der Spur, Josip Drmic von Borussia Mönchengladbach in seinem Club nicht gesetzt. Auch Eren Derdiyok (Galatasaray Istanbul) hat schon bessere Zeiten erlebt, so dass Embolo tatsächlich zum Hoffnungsträger avancieren könnte.

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Das Duell zweier Außenseiter

Die Teams aus Serbien und Costa Rica wollen den Schweizern natürlich in die Suppe spucken und ihrerseits ein Wörtchen um den zweiten Platz mitreden. Eine Außenseiterwette auf eine dieser beiden Mannschaften könnte sich für die Tipper also lohnen.

In der Abwehr sind bei den Serben Matija Nastasic (Schalke 04), Branislav Ivanovic (Zenit St. Petersburg) oder aber auch Nikola Maksimovic die geläufigsten Namen. Das Mittelfeld wird aller Voraussicht nach von Nemanja Matic (ManU) und Routinier Antonio Rukavina (Villareal) angeführt, im Angriff wird viel über Torjäger Aleksandar Mitrovic laufen. Filip Kostic gilt trotz des drohenden Abstiegs mit dem Hamburger SV als gesetzt.

Die Costa-Ricaner bauen vor allem auf zwei bekannte Namen. Im Tor steht Keylor Navas, die Nummer eins von Real Madrid. Und im Offensivbereich soll der mittlerweile 32-jährige Bryan Ruiz für Akzente sorgen.

Die WM 2014 sollte vielen Fans noch im Gedächtnis sein, als Costa Rica nicht nur Italien in der Gruppenphase mit 1:0 düpierte (Torschütze: Ruiz), sondern bis ins Viertelfinale vorstieß, ohne eine Niederlage kassiert zu haben. Für „Los Ticos“ war dann allerdings im Elfmeterschießen gegen die Niederlande Endstation. Wer auf Costa Rica als Achtelfinalteilnehmer setzt, könnte für seinen Einsatz einen guten Gewinn kassieren.

Die Prognose für die WM Gruppe E

Eine Prognose ist zumindest ab Platz zwei schwierig. Brasilien gilt als sicherer Kandidat für den Gruppensieg. Wetten auf die Gruppe E bei der Fußball-WM 2018 in Russland bekommen aber Brisanz dadurch, dass dahinter fast alles offen ist – auch, wenn die Schweiz als kleiner Favorit ins Rennen geht.

An einem guten Tag können jedoch sowohl Serbien als auch Costa Rica den Eidgenossen ein Bein stellen. Zwar ist dies keine Todesgruppe im klassischen Sinne, dennoch verspricht die Gruppe E viel Spannung.