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Island bei der WM2018 – Wetten und Details

Was verbinden die meisten Fußball-Fans mit Island? In erster Linie wohl den „Huh!“-Schlachtruf nach gewonnenen Spielen oder Erfolgen. Dass die Isländer inzwischen im Weltfußball angekommen sind, zeigte spätestens der gelungene Auftritt bei der Europameisterschaft 2016, als man erst im Viertelfinale die Segel streichen musste, nachdem man im Achtelfinale sensationell die Engländer mit 2:1 aus dem Rennen warf.

Und auch bei der anstehenden WM sollte man die Isländer keinesfalls unterschätzen, wenngleich sie mit Argentinien, Nigeria und Kroatien als Gegner eine echte Hammergruppe erwischt haben. Wie weit werden die Isländer diesmal kommen? Wie oft werden wir das „Huh!“ nach Spielende hören? Der folgende Text bringt ein wenig Licht ins Dunkel.

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Stockfoto-ID: 203125564 Copyright: katatonia82

Die Stars der Isländer

Traditionell ist eine recht kleine Nation wie Island nicht gerade mit sehr vielen Stars oder allzu bekannten Spielern gesegnet. In der Heimat ein großer Star ist auf jeden Fall Gylfi Sigurdsson, zentraler Mittelfeldspieler im Team von Heimir Hallgrimsson. Deutschen Fans dürfte er aus seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim ein Begriff sein.

Über Tottenham und Swansea City fand er letztlich den Weg zum Everton FC, dem Stadtrivalen des Liverpool FC. In der Premier League gehörte er in der abgelaufenen Saison zu den Stammkräften und war auch in der Europa League aktiv. Allerdings bleibt abzuwarten, wie fit der 28-Jährige in die WM gehen wird. In der Schlussphase der Saison setzte ihn eine Knieverletzung außer Gefecht. Nichtsdestotrotz gehört Sigurdsson im Team der Isländer zu den Spielern, die absolut gesetzt sein werden.

Kein Star im eigentlichen Sinne, für die Mannschaft dennoch nahezu unverzichtbar, ist ein Deutschland-Legionär. Es handelt sich dabei um Alfred Finnbogason, der beim FC Augsburg unter Vertrag steht. Je nachdem, für welches System sich Hallgrimsson entscheidet, könnte neben Finnbogason noch eine zweite Spitze auflaufen, möglicherweise Jon Dadi Bödvarsson (Reading FC). Auch Bödvarsson war bereits in Deutschland aktiv, er kickte vor einigen Jahren beim 1. FC Kaiserslautern.

Die Stärken des isländischen Nationalteams

Natürlich sollten alle Beteiligten das Mittelfeld mit Sigurdsson sowie den Sturm mit Bödvarsson und Finnbogason besonders im Auge behalten. Bis auf diese drei Genannten gibt es aber keine echten Superstars im Team. Unterm Strich wird es bei den Isländern wieder auf das Kollektiv ankommen. Sie wissen, was sie können, aber auch, was sie nicht können. Mit ihrer Spielweise haben die Isländer bereits bei der EM vor zwei Jahren so manchen Gegner zur Verzweiflung getrieben.

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Stockfoto-ID: 145950269 Copyright: katatonia82

Potenzielle Stars in den Reihen Islands

Ob einer der Spieler aus dem isländischen Kader als potenzieller Star gehandelt werden kann, muss abgewartet werden. Es lohnt sich allerdings, einen Blick auf Hjörtur Hermannsson zu werfen, der bei Bröndby Kopenhagen in der Innenverteidigung spielt. Aber auch Diego „Diegui“ Johannesson Pando ist ein interessanter Mann. Der Sohn einer Spanierin und eines Isländers wurde in Spanien geboren, feierte sein internationales Debüt allerdings 2014 für die Nationalmannschaft Islands. Aktuell ist er mit Real Oviedo in der zweiten spanischen Liga aktiv und wird dort vorwiegend auf der rechten Abwehrseite eingesetzt.

Die Chancen Islands in der WM Gruppe D

Die Gruppe D hat den Beinamen „Todesgruppe“ allemal verdient! Die Isländer bekommen es dort mit Argentinien, Kroatien und Nigeria zu tun. Unter normalen Umständen sollten sich Argentinien und Kroatien durchsetzen. Aber an guten Tagen sind auch die Nigerianer und die Isländer in der Lage, einen der Großen zu ärgern.

Bei den Isländern wird – wie bereits erwähnt – viel vom Kollektiv abhängen. Aber auch die Euphorie ist ein Faktor. Bei der Europameisterschaft 2016 war gefühlt das ganze Land in Frankreich vertreten, um die Seinen anzufeuern. Wenn es den Isländern gelingt, eine ähnliche Euphorie zu entfachen, dann könnte mit dem Einzug in das Achtelfinale die nächste Sensation gelingen. Ganz so abwegig erscheint dies zumindest nicht, ließ man die Kroaten etwa in der WM-Qualifikationen hinter sich.

Letztlich werden sich aber voraussichtlich die Argentinier und die Kroaten durchsetzen, zumal der Überraschungseffekt der Isländer bei der WM nicht mehr ganz so hoch sein dürfte, wie noch bei der EM von vor zwei Jahren. Denn Island ist im Weltfußball angekommen.