Skip to main content

Portugal bei der WM2018 – Wetten und Details

Die WM Gruppe B bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland steht ganz im Zeichen der beiden Top Teams aus Portugal und Spanien. Die Spanier dominierten vor einigen Jahren den Weltfußball, während die Portugiesen als amtierender Europameister in die WM gehen werden. Zu diesen beiden Mannschaften gesellen sich noch der Iran sowie Marokko, die allerdings wohl nur krasse Außenseiter sein werden.

Im folgenden Text geht es um die Mannschaft um den exzentrischen Superstar Cristiano Ronaldo. Wir schauen uns an, welche weiteren Stars zur „Selecao“ gehören und auf welche Spieler im Aufgebot von Fernando Santos man durchaus ein Auge haben sollte. Darüber hinaus werden wir die Gruppensituation ein wenig näher betrachten und auch Portugals allgemeine WM-Chancen aufdröseln.

wmanalyse_portugal

Stockfoto-ID: 101673854 Copyright: Maxisports

Die Stars im Team Portugals

Wer der mit Abstand größte Star der Portugiesen – und vielleicht sogar aktuell im gesamten Weltfußball – ist, dürfte nicht schwer zu erraten sein: Es handelt sich um Cristiano Ronaldo, Stürmerstar der Portugiesen und bei den Königlichen von Real Madrid unter Vertrag. Ronaldo ist nicht nur Rekordtorschütze und wertvollster Spieler, sondern auch der Mann mit den meisten Einsätzen im Nationalteam.

Auch in der aktuellen Saison trifft er beinahe nach Belieben – sowohl in der Liga als auch in der Champions League. In der WM-Qualifikation ließ er ebenfalls mit satten 15 Treffern aufhorchen. Nur Polens Robert Lewandowski war in der europäischen Staffel mit einem Treffer mehr auf dem Konto erfolgreicher. Ein portugiesisches Team ohne Ronaldo wäre eigentlich kaum vorstellbar. Er ist Kapitän, Dreh- und Angelpunkt des Spiels und zudem auch noch ein Akteur, der stets mehrere Gegenspieler auf sich zieht und so Freiräume für seine Teamkollegen schafft.

Zwar gibt es in Portugals Nationalmannschaft natürlich auch eine Reihe anderer Stars, doch „CR7“ überstrahlt alles. Dass das Team sportlich aber auch ohne ihn Großes schaffen kann, bewies es ausgerechnet im EM-Finale 2016, nachdem Ronaldo nach einem rüden Foul das Spielfeld verletzt verlassen musste. Dennoch sicherte sich Portugal durch ein 1:0 nach Verlängerung ein wenig überraschend den Titel.

Lange bei Real Madrid unter Vertrag und somit auch ehemaliger Teamkollege von Cristiano Ronaldo war Verteidiger Pepe. Inzwischen verdient der mittlerweile 35-jährige Abwehrrecke sein Geld bei Besiktas Istanbul in der Türkei. Pepe ist ein kompromissloser Verteidiger, der auch einmal ordentlich dazwischenhaut. Bisweilen wandelt er dabei stets am Rande eines Platzverweises und hat zudem seine Nerven nicht immer im Griff. Nicht zuletzt deshalb ist Pepe auch als Raubein verschrien. Zu den Stützen einer portugiesischen Mannschaft gehört er dennoch.

„Zauberfuß“ Ricardo Quaresma gehört ebenfalls zu den Stars im Team. Der Spieler, der früher für seine Pässe und Schüsse mit dem Außenrist bekannt war, ist ein wichtiger Teil des Mittelfelds. Das gilt auch für Bernardo Silva von Manchester City oder André Gomes vom FC Barcelona.

Ein weiterer Star des Teams ist bei der WM möglicherweise gar nicht dabei. Spätestens seit seinem Siegtor im EM-Finale ist Éder in der Heimat ein Held. Allerdings stand er zuletzt im Oktober des vergangenen Jahres im Kader, kam aber in der WM-Quali gegen Andorra und die Schweiz nicht zum Einsatz.

wmanalyse_bernardosilva

Stockfoto-ID: 235878691 Copyright: sportsphotographer.eu

Die Stärken des portugiesischen kaders

Mit Rui Patricio verfügt die Selecao über einen grundsoliden Torhüter. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Der Keeper stand bereits beim Gewinn der Europameisterschaft 2016 zwischen den Pfosten. Er ist zwar immer mal für einen Klops gut, jedoch halten sich diese Fehler inzwischen in Grenzen.

Sturm und Mittelfeld sind natürlich zwei starke Mannschaftsteile der Portugiesen. Kein Wunder, wenn man einen Cristiano Ronaldo, Andre Silva, Gelson Martins, Joao Moutinho, William Carvalho oder aber auch Bernardo Silva in seinen Reihen weiß. Ein guter Angriff tut aber auch Not. Der Grund ist klar: Die Innenverteidigung etwa ist mit Bruno Alves oder Pepe weder jung, spritzig noch besonders schnell. Gegen Teams, die mit flachen Bällen agieren und schnelle, wendige Angreifer in ihren Reihen haben, könnte die Abwehr im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Die Offensive ist daher die größte Stärke und der Mannschaftsteil, der es voraussichtlich richten muss.

Die potenziellen Stars Portugals

Zwei der potenziellen Stars haben wir bereits genannt: Andre und Bernardo Silva. Andre Silva ist gerade einmal 22 Jahre alt und kam für den AC Mailand sowohl in der Serie A als auch in der Europa League zum Einsatz. In der Europa League traf er in 10 Spielen immerhin sechs Mal. Andre Silva ist somit ein heißer Kandidat für einen Akteur, der sich bei der WM in den Vordergrund spielen könnte. Nicht zuletzt Teamkamerad Cristiano Ronaldo bezeichnete das 22-jährige Talent bereits gewissermaßen als seinen Nachfolger.

Ein weiterer Spieler, der bei der WM im Rampenlicht stehen könnte, ist Bernardo Silva. Der erst 23-Jährige kommt bei Pep Guardiola und Manchester City zu Einsatzminuten und ist in dieser Spielzeit bisher auch an einigen Toren beteiligt gewesen. In der Champions League kam der Rechtsaußen auf einen Treffer.

Für einen größeren Verein könnte sich möglicherweise auch der bei der WM 23 Jahre alte Gelson Martins interessant machen. Bei Benfica Lissabon gehört er zum Stammpersonal und kam dort auch in der laufenden Saison auch zu sechs Champions-League-Einsätzen, in denen ihm ein Treffer gelang. In der WM-Qualifikation stand er in sechs Partien im Kader und kam auf zwei Torbeteiligungen.

Ob der von Bayern München an Swansea City ausgeliehene Mittelfeldspieler Renato Sanchez auf den WM-Zug aufspringt, darf zumindest angezweifelt werden. Der 20-Jähirge kam in der Qualifikation nur sporadisch zum Einsatz.

Die Chancen Portugals in der WM Gruppe B

Es besteht eigentlich kein Zweifel daran, dass Spanien und Portugal den Gruppensieg unter sich ausmachen werden. Wer am Ende des Tages die Nase vorn hat, lässt sich freilich nur schwer vorhersehen. Möglicherweise wird die Tagesform im direkten Duell den Ausschlag geben. Die anderen Gruppengegner lauten Iran und Marokko. Auch, wenn der Iran eine gute Quali spielte, dürfte er für Portugal ebenso wenig ein Prüfstein werden wie Marokko. Allerdings nur dann, wenn Ronaldo und Co. die Gegner nicht unterschätzen. Dass die Iraner auch große Teams schocken können, bewiesen sie bei der letzten WM. Erst kurz vor dem Ende sorgte Lionel Messi mit einer Einzelaktion für einen glücklichen 1:0-Erfolg.

Sein Auftaktspiel in der Gruppe B bestreitet Portugal ausgerechnet gegen Spanien. Am 15. Juni stehen sich die beiden Teams im Fisht-Stadion gegenüber. Fünf Tage später geht es im Lushniki-Stadion gegen Marokko, ehe am 25. Juni der Iran zum finalen Tanz in der Gruppe bittet. Wie bereits erwähnt, sollten die Spanier und Portugal den Gruppensieg unter sich ausmachen.

Die Chancen der Portugiesen im Turnier

Das Achtelfinale sollten die Portugiesen ohne Probleme erreichen. Allerdings hängt der Gegner natürlich von der Platzierung in der Gruppe ab. Die Portugal-Gruppe bekommt es mit der Gruppe A zu tun. Dort tummeln sich neben Gastgeber Russland auch noch die Mannschaften aus Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien.

Während die Saudis keine Rolle spielen werden, kommen für das Achtelfinale die Ägypter, Russland und Uruguay infrage. Den Südamerikanern trauen wir hierbei durchaus den Gruppensieg zu. Würde Portugal nun Zweiter, käme es in diesem Fall zu einem direkten Duell der beiden Teams. In einem eventuellen Viertelfinale könnten dann aber bereits die starken Favoriten aus Frankreich warten.

Portugal muss als amtierender Europameister natürlich in den Kreis der möglichen Favoriten aufgenommen werden. Für mehr als zum erweiterten Kreis dürfte für die Mannen von Fernando Santos aber nicht reichen. Zwar sind Mittelfeld und Sturm top und verfügen mit Cristiano Ronaldo über einen der treffsichersten Akteure überhaupt – aber gerade der Abwehrverbund macht ein wenig Sorge. Bei ungünstigem Verlauf könnte bereits nach dem Viertelfinale Schluss sein.

Voraussichtliche Aufstellung Portugals bei der WM

Während Ronaldo als Anspielperson Nummer 1 fungiert, ist die klassische Aufstellung Portugals von einem ehemals legendären 4-3-3 auf ein bodenständiges 4-4-2 geändert worden. Der Grund dafür ist sehr einfach: CR7 ist nicht mehr der Jüngste, zu viele Sprints sollen vermieden werden. Mit der eher konservativen Systematik hat man den EM Titel gewinnen können. So wird die wahrscheinliche Aufstellung Portugals bei der WM in Russland aussehen:

portugal_WM_startformation

Der vorläufige WM-Kader Portugals

Wie wird der Europameister von 2016 bei der WM antreten. Angesichts des vorläufigen WM-Kaders, der bekanntgegeben wurde, mit nicht allzu vielen Überraschungen. Wie man den brummigen Coach Fernando Santos eben auch kennengelernt hat, wird nicht viel experimentiert. Hier die Auflistung:

Tor: Patrício, Lopes, Beto

Verteidigung: Dias, Finte, Alves, Pepe, Guerreiro, Soares, Rui, Pereira

Mittelfeld/Angriff: Silva, Carvalho, Moutinho, Mário, Fernandes, Guedes, Silva, Martins, Quaresma, Ronaldo, Silva

Neben dem Stürmer Éder, der Portugal zum EM-Titel schoss, fehlt auch Nani. Der ehemals kongeniale Partner von Ronaldo läuft nun schon eine Weile seiner Form hinterher. Gleiches gilt für Renato Sanches, der während seiner Leihe in die Premier League überhaupt nicht Fuß fassen konnte. Doch Coach Santos zeigt ganz klar, dass es vor allem auf das Leistungsprinzip ankommt. Wenn man dann aber auch festhalten muss, dass Spieler wie Cancelo, Semedo oder Ruben Neves im Kader fehlen.